Leitartikel
Liebe Mitglieder,
bisher hat sich unser Verein in Frankreich an diversen
Großprojekten wie Vauquois, Feste Kronprinz und Camp Moreau
unter der Verantwortlichkeit von französischen Gemeinden
und Vereinen mit Arbeitseinsätzen, Führungen und Expertisen
beteiligt. Die Finanzierung dieser Projekte ist zum Großteil
durch staatliche Subventionen für die touristische Entwicklung
der Regionen abgedeckt.
Infolge der aktuellen schlechten Situation für
die Überreste des 1. Weltkrieges im Argonnerwald hat der
Vorstand auf Antrag des 1. Vorsitzenden beschlossen, ein eigenes
Projekt in Frankreich ins Auge zu fassen.
Es handelt sich dabei um die links und rechts der
Haute Chevauchée liegenden, von der Höhe 285 bis zur
La Fille Morte reichenden deutschen Minenkriegsanlage, deren wenige
noch offene Zugänge von natürlichem und willkürlichem
Einsturz bedroht sind. Im etwa in der Mitte der Anlage liegenden
Bataillons-Tunnel befand sich zu Kriegszeiten der Gefechtsstand
der für die Durchführung des Minenkriegs im Abschnitt
"Fille Morte" verantwortlichen Pionier-Kompanie bzw.
Pionier-Mineur-Kompanie.
Unterstützungsleistungen sowie Organisation
von Führungen durch das Syndicat Initiative du Pays d'Argonne
(Betreiber Kaiser-Tunnel) und die Les Amis de Vauquois (Betreiber
Vauquois) sind angedacht.
Der 1. Vorsitzende wurde vom Vorstand beauftragt,
einen Antrag an das lothringische Kulturministerium (DRAC), Abteilung
Archäologie, und an die französische Forstbehörde
ONF für die Ausführung diverser Arbeiten an den Zugängen
und in den Stollen, Nutzung des Bataillons-Tunnels als Projekt-Büro
/ Lager und Organisation von Führungen zu stellen.
Als Antwort seitens der Archäologieabteilung
kam der Vorschlag, an einem ab 2005 startenden Archäologieprogramm
teilzunehmen und in dessen Rahmen eine Autorisierung und Subventionierung
für das Vorhaben zu beantragen.
Die Verantwortlichen des Projekts trafen sich deshalb
am 31.10.2004 vor Ort und erstellten danach die erforderlichen
Unterlagen, die in Form eines "dossier de demande" am
30.11.2004 per Post an die DRAC geschickt wurden (Abgabetermin
war der 8.12.2004).
Der Bericht der Ortsbesichtigung und die Projektorganisation
sind in den entsprechenden Kapiteln zu finden. Die ermittelten
Gesamtkosten für den Ausbau des Laufgrabens beim Bataillons-Tunnel
und des Eingangs von Schleppschacht 27, 26, Teddy, Ebert und Bataillons-Tunnel
belaufen sich über 3 Jahre auf 15256,40 €, wovon 12200.-
€durch den französischen Staat subventioniert werden
sollen. Den Rest von 3056,40 € übernimmt der Verein.
Sollten wir eine Genehmigung und Finanzierungsunterstützung
erhalten, würden wir uns freuen, auf die Arbeitsfreudigkeit
unserer Mitglieder zählen zu können. Die Termine für
die Arbeiten sind bereits in der Programmplanung berücksichtigt
und, damit man sie gleich bemerkt, in "fett" hervorgehoben.
Ich möchte abschließend betonen, dass
wir keinen touristischen Ausbau vornehmen, sondern Kulturgüter
vor dem Verfall schützen werden.
Die Forschungen des D.E.A. auf der Höhe "Toter
Mann" unter der Leitung von Markus Klauer sind abgeschlossen.
In 2005 sind Recherchen im Bois de Forges und auf Höhe 304
vorgesehen.
Auf Antrag von einigen Mitgliedern hat der Vorstand
beschlossen, seine Aktivitäten auf die Schlachtfelder östlich
der Maas auszudehnen. Die Organisation wurde entsprechend erweitert
und zwei Führungstermine in die Programmplanung 2005 aufgenommen.
Die Forschungen im Argonnerwald auf der französischen
Seite zwischen La Fille Morte und der Bolante sind nun wieder
voll angelaufen (siehe Berichte) und werden auch in 2005 fortgesetzt.
Es hat sich gezeigt, dass sich im Gelände einiges durch die
Dezember 1999-Stürme geändert hat. Ein fast undurchdringliches
Dickicht in den Gebieten der zwangsweise vorgenommenen Abholzungen
erschwert die Recherchen stellenweise erheblich.
Auch heuer fand wieder die Projektarbeit "Argonnerwald"
des Europagymnasiums "Richard von Weizsäcker" aus
Thale im Grueriewald statt, und zwar im Moreautal-Lager West (Bericht
siehe Kapitel "Forschungen und Arbeitseinsätze").
Das Jahr 1915 war u. a. geprägt durch die Kämpfe
im Argonnerwald. Deshalb möchte das Comité franco-allemand
am 3. Juli 2005, also nach 90 Jahren, eine größere
Erinnerungszeremonie veranstalten und wünscht sich hierzu
einen Beitrag seitens unseres Vereins. Ich möchte deshalb
unsere Mitglieder bitten, sich darüber Gedanken zu machen
und Vorschläge an den Vorstand zu richten, und zwar bis spätestens
Ende Februar 2005.
Auch für das D.E.A. ist das Jahr 2005 signifikant,
denn wir werden am 2. November 2005 unser 20-jähriges Bestehen
feiern können. Um dieses Jubiläum würdig zu begehen,
hat der Vorstand beschlossen, die in 2005 in Deutschland fällige
8. Mitgliederversammlung in Frankreich stattfinden zu lassen,
und zwar am Abend des 29. Oktobers 2005 in Avocourt. Vorausgehen
wird am Mittag eine Feierstunde nach einer Kranzniederlegung am
Kreuz für alle Gefallenen im Argonnerwald auf der Haute Chevauchée.
Details siehe Einladung zur Mitgliederversammlung und Programmplanung.
Und nun viel Vergnügen beim Lesen.
Adolf Buchner
1. Vorsitzende