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Deutsches Erinnerungskomitee Argonnerwald 1914-1918 e.V.

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Leitartikel

 

Liebe Mitglieder,

bisher hat sich unser Verein in Frankreich an diversen Großprojekten wie Vauquois, Feste Kronprinz und Camp Moreau unter der Verantwortlichkeit von französischen Gemeinden und Vereinen mit Arbeitseinsätzen, Führungen und Expertisen beteiligt. Die Finanzierung dieser Projekte ist zum Großteil durch staatliche Subventionen für die touristische Entwicklung der Regionen abgedeckt.

Infolge der aktuellen schlechten Situation für die Überreste des 1. Weltkrieges im Argonnerwald hat der Vorstand auf Antrag des 1. Vorsitzenden beschlossen, ein eigenes Projekt in Frankreich ins Auge zu fassen.

Es handelt sich dabei um die links und rechts der Haute Chevauchée liegenden, von der Höhe 285 bis zur La Fille Morte reichenden deutschen Minenkriegsanlage, deren wenige noch offene Zugänge von natürlichem und willkürlichem Einsturz bedroht sind. Im etwa in der Mitte der Anlage liegenden Bataillons-Tunnel befand sich zu Kriegszeiten der Gefechtsstand der für die Durchführung des Minenkriegs im Abschnitt "Fille Morte" verantwortlichen Pionier-Kompanie bzw. Pionier-Mineur-Kompanie.

Unterstützungsleistungen sowie Organisation von Führungen durch das Syndicat Initiative du Pays d'Argonne (Betreiber Kaiser-Tunnel) und die Les Amis de Vauquois (Betreiber Vauquois) sind angedacht.

Der 1. Vorsitzende wurde vom Vorstand beauftragt, einen Antrag an das lothringische Kulturministerium (DRAC), Abteilung Archäologie, und an die französische Forstbehörde ONF für die Ausführung diverser Arbeiten an den Zugängen und in den Stollen, Nutzung des Bataillons-Tunnels als Projekt-Büro / Lager und Organisation von Führungen zu stellen.

Als Antwort seitens der Archäologieabteilung kam der Vorschlag, an einem ab 2005 startenden Archäologieprogramm teilzunehmen und in dessen Rahmen eine Autorisierung und Subventionierung für das Vorhaben zu beantragen.

Die Verantwortlichen des Projekts trafen sich deshalb am 31.10.2004 vor Ort und erstellten danach die erforderlichen Unterlagen, die in Form eines "dossier de demande" am 30.11.2004 per Post an die DRAC geschickt wurden (Abgabetermin war der 8.12.2004).

Der Bericht der Ortsbesichtigung und die Projektorganisation sind in den entsprechenden Kapiteln zu finden. Die ermittelten Gesamtkosten für den Ausbau des Laufgrabens beim Bataillons-Tunnel und des Eingangs von Schleppschacht 27, 26, Teddy, Ebert und Bataillons-Tunnel belaufen sich über 3 Jahre auf 15256,40 €, wovon 12200.- €durch den französischen Staat subventioniert werden sollen. Den Rest von 3056,40 € übernimmt der Verein.

Sollten wir eine Genehmigung und Finanzierungsunterstützung erhalten, würden wir uns freuen, auf die Arbeitsfreudigkeit unserer Mitglieder zählen zu können. Die Termine für die Arbeiten sind bereits in der Programmplanung berücksichtigt und, damit man sie gleich bemerkt, in "fett" hervorgehoben.

Ich möchte abschließend betonen, dass wir keinen touristischen Ausbau vornehmen, sondern Kulturgüter vor dem Verfall schützen werden.

Die Forschungen des D.E.A. auf der Höhe "Toter Mann" unter der Leitung von Markus Klauer sind abgeschlossen. In 2005 sind Recherchen im Bois de Forges und auf Höhe 304 vorgesehen.

Auf Antrag von einigen Mitgliedern hat der Vorstand beschlossen, seine Aktivitäten auf die Schlachtfelder östlich der Maas auszudehnen. Die Organisation wurde entsprechend erweitert und zwei Führungstermine in die Programmplanung 2005 aufgenommen.

Die Forschungen im Argonnerwald auf der französischen Seite zwischen La Fille Morte und der Bolante sind nun wieder voll angelaufen (siehe Berichte) und werden auch in 2005 fortgesetzt. Es hat sich gezeigt, dass sich im Gelände einiges durch die Dezember 1999-Stürme geändert hat. Ein fast undurchdringliches Dickicht in den Gebieten der zwangsweise vorgenommenen Abholzungen erschwert die Recherchen stellenweise erheblich.

Auch heuer fand wieder die Projektarbeit "Argonnerwald" des Europagymnasiums "Richard von Weizsäcker" aus Thale im Grueriewald statt, und zwar im Moreautal-Lager West (Bericht siehe Kapitel "Forschungen und Arbeitseinsätze").

Das Jahr 1915 war u. a. geprägt durch die Kämpfe im Argonnerwald. Deshalb möchte das Comité franco-allemand am 3. Juli 2005, also nach 90 Jahren, eine größere Erinnerungszeremonie veranstalten und wünscht sich hierzu einen Beitrag seitens unseres Vereins. Ich möchte deshalb unsere Mitglieder bitten, sich darüber Gedanken zu machen und Vorschläge an den Vorstand zu richten, und zwar bis spätestens Ende Februar 2005.

Auch für das D.E.A. ist das Jahr 2005 signifikant, denn wir werden am 2. November 2005 unser 20-jähriges Bestehen feiern können. Um dieses Jubiläum würdig zu begehen, hat der Vorstand beschlossen, die in 2005 in Deutschland fällige 8. Mitgliederversammlung in Frankreich stattfinden zu lassen, und zwar am Abend des 29. Oktobers 2005 in Avocourt. Vorausgehen wird am Mittag eine Feierstunde nach einer Kranzniederlegung am Kreuz für alle Gefallenen im Argonnerwald auf der Haute Chevauchée. Details siehe Einladung zur Mitgliederversammlung und Programmplanung.

Und nun viel Vergnügen beim Lesen.


Adolf Buchner

1. Vorsitzende

 









   
 


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Letzte Aktualisierung 04.10.2011