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Deutsches Erinnerungskomitee Argonnerwald 1914-1918 e.V.

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03.11.2007
 
Berichte
Bericht über das Projekt Argonnerwald
Auf den Spuren des Ersten Weltkrieges in Verdun
Freiherr vom Müllenheim-Rechberg und der Friedhof von Apremont
Vom Bockelberg und Nolte-Lager

 

   

Leitartikel


Liebe Mitglieder,

die letztes Jahr im Rahmen der Erstellung des Forstwirtschaftsplans der Forstbehörde (ONF) für die Staatsforste Haute Chevauchée und Lachalade vereinbarten Durchführungsbestimmungen bei der Waldbewirtschaftung wurden bisher respektiert. Mit den Agenten des ONF besteht guter Kontakt. Die Art der Kenntlichmachung von erhaltenswerten Überresten ist zur Zeit mit den "Les Amis des Vauquois" und dem ONF in Diskussion.

Die Recherchen in den Argonnen fanden in der Hauptsache im Bereich zwischen La Fille Morte und der Bolante statt. Im Herbst konnte der L-Tunnel oder besser gesagt dessen noch zugängliche Teile entdeckt und erforscht werden.

Die Säuberungsarbeiten im Bataillons-Tunnel und das Setzen der Betonstollenrahmen ist abgeschlossen. Das Einsetzen der Tür ist im Frühjahr 2008 geplant. Nachdem die Voraussetzung im Bataillons-Tunnel für ein sicheres Arbeiten im Schleppschacht "Ebert" Anfang Oktober 2007 geschaffen war, konnte am ersten Wochenende im November ein Pumpversuch erfolgen. Anhand des Original-Stollenplans war mit etwa 200 m³ Wasser zu rechnen. Um das Wasser aus einer söhligen Tiefe von 23 m überhaupt hoch pumpen zu können, hatte der Verein eine Tiefbrunnenpumpe beschafft.

Die Herausforderung war also gewaltig – und angesichts der zu erwartenden Problematik rechnete wohl keiner damit, dass diese auf Anhieb bewältigt werden konnte. Schon allein die Vorbereitungsarbeiten gestalteten sich sehr umfangreich und nahmen die Mannschaft um Michael Prisille und Ollie Scheer ziemlich in Anspruch. Die Wartung des D.E.A. - Stromaggregates sowie das Organisieren von zusätzlichen Pumpen und Stromaggregaten übernahm Helmut Steck.
Vor Ort zeigte sich dann, dass unsere Bedenken gerechtfertigt waren. Keine der vorhandenen Pumpen schaffte es alleine, Wasser nach oben zu fördern. Erst die Einrichtung von Zwischenpumpstationen, zeitraubendes Herausfinden des Ein-/Ausschalt-Taktes der einzelnen Pumpen in den Stationen sowie die Lösung der optimalen Schlauchführung mittels der Jahn’schen Rampe brachten den Erfolg.
89 Jahre nachdem unsere Vorfahren die Wasserhaltung im "Ebert" infolge des amerikanischen Angriffs am 26. September 1918 einstellten, betraten wieder Menschen den unteren Querschlag im mittleren Bereich der deutschen Minenkriegsanlage Höhe 285 – La Fille Morte. Was für ein erhebendes Gefühl das war, ist kaum zu beschreiben.
Während Michael Prisille sich mit der Vermessung des nach Osten führenden Teils beschäftigte (er hatte schon ein Bad in einem Sickerschacht hinter sich), drangen Helmut Steck und ich nach Westen vor. Kreuz und quer gegen die Wände gefallene Stollenrahmen versperrten den Weg. Darunter oder darüber hinweg arbeiteten wir uns langsam vorwärts. Wie weit würden wir wohl kommen, bis ein Einsturz oder Wasser ein weiteres Vordringen unmöglich machen? Erreichen wir Schleppschacht "Bammel"? Den Bereich von "Walroß" bis "Brummer" haben wir über den oberen und mittlern Querschlag bereits erforscht. Erreichen wir "Cassius", von dem aus der untere Querschlag in einer Tiefe von 40 m unter stetigem Anstieg auf 30 m bis zu "Veit" führt? Dieser Teil ist mit Sicherheit abgesoffen. Gelangen wir über Cito oder Castor in den oberen Querschlag? Die Antwort und weitere Details sind im Kapitel "Forschungen und Arbeitseinsätze" zu finden.

Ich möchte hier an dieser Stelle im Namen des Vorstands allen Beteiligten für ihren Einsatz und Durchhaltewillen danken. Dass sich Einzelne teilweise bis an die Leistungsgrenze anstrengten, ist aus den Berichten kaum ersichtlich.

Erfreulich war die internationale Zusammensetzung der Teilnehmer: Sie kamen aus Frankreich, Belgien, England, Kanada, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. Die Verständigung bestand also aus einem anglo-franko-deutschem Kauderwelsch. Aber Jeder hat Jeden verstanden (auch die Nordrhein-Westfalen die Schwaben und die Bayern). Erfreulich war auch, wieder einmal eine Frau, nämlich Maria Smetana, in einem Tiefstollen zu sehen, noch dazu bei den schwierigen Vermessungsarbeiten im Westteil. Dies erinnert mich an alte Zeiten, die über 10 Jahre zurückliegen. Erfreulich zum Dritten war, mal wieder einige Senioren aktiv vor Ort zu sehen: Tim Tawney aus England, Jacques Franssen aus Belgien und Roland Nampon aus Frankreich.


Nun zu den Aktivitäten in den West-Argonnen. Hier zeichneten sich wieder die Schüler des Europagymnasiums „Richard von Weizsäcker“ aus Thale aus, die im Rahmen ihrer Projektarbeit „Argonnerwald“ im Moreau-Lager an der Wiederherstellung des oberen Lagerweges arbeiteten. Mit einer Kranzniederlegung im deutschen Soldatenfriedhof in Servon und im französischen Soldatenfriedhof "Grueriewald" bei Vienne-le-Château gedachten die Schüler auch den Gefallenen aller Nationen.
Wir weisen erneut unsere Mitglieder darauf hin, zur Vermeidung von Problemen mit der Waldbewirtschaftung private Besuche von Schlachtfeldern außerhalb der touristischen Routen in Staatsforsten des Departements Meuse dem ONF mitzuteilen. Zur Anmeldung dieser Besuche haben wir ein Formular entwickelt, das von unserer Homepage herunter geladen und nach Ausfüllung per e-mail, Fax oder Post an die im Formular angegebene Adresse geschickt werden kann. Ein Exemplar dieses Formulars ist auch diesem Argonnenboten beigefügt.
Wir weisen ebenfalls noch einmal darauf hin, dass das Eindringen in unterirdische Anlagen sowie die Suche und Mitnahme von „Schlachtfeldsouvenirs“ wie Munition, Flaschen, Ausrüstungsgegenstände etc. verboten ist und teure Bußgelder nach sich ziehen kann. Die Polizei ist von der Präfektur wegen verschiedener Vorfälle mit Fundmunition angewiesen worden, verstärkt zu kontrollieren.


Ich hoffe, dass die Artikel im Argonnenboten zur Teilnahme an den Vereinsaktivitäten inspirieren. Sportlich oder unsportlich, Forschungslust oder Freude an der Archäologiearbeit, Interesse an der Militärgeschichte oder internationaler kultureller Gedankenaustausch – für Jeden ist etwas dabei.


Viel Vergnügen beim Lesen.


Adolf Buchner
1. Vorsitzender

 









   
 


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Letzte Aktualisierung 04.10.2011